PAUL NASCHY (TEIL 13): BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL [DVD-REVIEW: SUBKULTUR VS. BCI/ECLIPSE VS. MOTION PICTURE]

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PAUL NASCHY

(TEIL 13)

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BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL

[EL ESPANTO SURGE DE LA TUMBA, 1973]

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SUBKULTUR ENTERTAINMENT

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MOTION PICTURE

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BCI/ECLIPSE

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BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL war die erste Zusammenarbeit von  Paule „Meister Petz“ Naschy und Regisseur Carlos Aured. Zudem war BLUTMESSE auch Aureds Debütfilm. Und eins kann ich verraten: Es sollte für alle Zeiten Aureds bestes Werk bleiben.
In BLUTMESSE spielt Paule ausnahmsweise mal keinen wildgewordenen Teddybären (= Werwolf), sondern Alaric de Marnac, dessen Charakter an den berühmten französischen Massenmörder Gilles de Rais angelehnt ist. Seine Geliebte Mabille gibt die entzückende Helga Line (DIE BESTIE AUS DEM MÄDCHENPENSIONAT, HORROR EXPRESS) zum Besten, die jedem Europloitation- und Giallo-Fanatiker bekannt sein sollte. Zu Beginn des Films bekommt Alaric de Marnac die Rübe abgesäbelt. Mabille muß ebenfalls dran glauben, aber wie sich jeder Paule-Fan denken kann, ist dies nicht das letzte Wort, das die beiden gesprochen haben!
In der Gegenwart von 1972 beschwört Alaric de Marnacs Geist seinem Nachkommen Hugo (ebenfalls Naschy!) und seinen Freunden (Vic Winner und zwei heiße Ladies, die man damals wohl als „dufte Typen“ bezeichnet hätte), ihn und seine Geliebte Mabille zu neuem Leben zu erwecken. Nach unwichtigen Zwischenfällen (wie Mord und Totschlag zum Beispiel), pappt die fidele Bande einfach Marnacs abgetrennten Schädel an seinem offenen Hals und schon gibt er wieder Gummi! Die getricksten Szenen mit seinem Kopf sind so genial, daß man vor Freude in die Hände klatschen möchte – besonders die Szenen, in denen Paule mit weit aufgerissenen Augen böse starrt, während man seinen Kopp durch die Gegend trägt, sind wirklich zu komisch! Da fragt man sich, wie es sein kann, daß sich jemand in der OFDB so über den Film aufregt und 1 von 10 Punkten verteilt. Hmmm, scheint kein Spaß zu verstehen, der Knabe. Egal, als man auch Mabille wieder auf die Beine geholfen hat (Alaric de Marnac besteigt einfach ihr Skelett im Sarg und schon sehen wir die wundervolle Helga Line wieder in voller Pracht), machen sich die beiden auf, wie in guten alten Zeiten unschuldige Leutchen abzumurksen. Und von da ab gehts richtig rund: lebende Leichen (die Szene erinnert stark an DAS LEICHENHAUS DER LEBENDEN TOTEN), rausgerissene Herzen (jamm!), fiese Morde, rollende Köpfe…
Was für ein grandioses, knallbuntes Horror/Trash-Fest! Amüsant, unheimlich und ziemlich blutig von der ersten bis zur letzten Minute. Und die coole Orgelmucke passt perfekt zu dem, was sich da auf dem Bildschirm so alles abspielt. Das Drehbuch schrieb der gute Paule in 36 Stunden – und bei allem Trash: Da ist wirklich was Tolles bei rumgekommen, das ist mal ganz klar! Also laßt euch nicht von Kein-Spaß-Verstehern abhalten, den Film ins Regal zu stellen, denn solange man zum Lachen nicht erst die Familiengruft aufsucht, dürfte man diesen fabelhaften Grusel-Mumpitz lieben…
Noch im selben Jahr drehten Carlos Aured und Naschy-Paul den spanischen Giallo THE BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL, den ich ebenfalls toll finde. Erscheint ja zum Glück bald auch bei SUBKULTUR…
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Und in Sachen Bildqualität habe ich die DVDs von SUBKULTUR, MOTION PICTURE und BCI/ECLIPSE mit Screenshots verglichen, was ich mir eigentlich hätte sparen können, denn sie sehen exakt gleich aus! Falls jemand einen Unterschied erkennt – bitte melden...

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BCI/ECLIPSE

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SUBKULTUR

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Die Blu-Ray von SUBKULTUR ist gegenüber der DVD nochmal eine kleine Steigerung, denn das Bild ist schärfer und das Filmkorn feiner. Sehr schön auch wieder das Booklet von David Renske, das sich wirklich schwer unterhaltsam liest. Da scheint ein echter Naschy-Fan am Werk zu sein! Die DVD von BCI/ECLIPSE besitzt ebenfalls ein tolles Booklet vom Naschy-Fachmann Mirek Lipinski – und unter anderem noch ein sehr interessantes Vorwort von Paule. Sollte man sich als echter Naschy-Fanatiker genau wie den Release von SUBKULTUR auf keinen Fall entgehen lassen!

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FILMQUALITÄT: 10 / 10

BILDQUALITÄT: (DVD): 7 / 10

BILDQUALITÄT (BD): 8 / 10

TON (DEUTSCH): 7 / 10

BONUSMATERIAL: 7 / 10

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DUFTE BIENEN UND SCHARFE PUPPEN (TEIL 43): HELGA LINE IN „THE LORELEY’S GRASP [DIE BESTIE IM MÄDCHEN-PENSIONAT]“

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THE LORELEY’S GRASP, 1973

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– DIE BESTIE IM MÄDCHEN-PENSIONAT – 

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GIALLO-BILDERGALERIE (TEIL 5): MY DEAR KILLER [MIO CARO ASSASSINO, 1971]

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BILDERGALERIE

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MY DEAR KILLER

[MIO CARO ASSASSINO, 1971]

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MY DEAR KILLER wird in den meisten Reviews des WWW zwischen ok bis gut eingeschätzt – ich dagegen halte ihn für einen der besten 5 Gialli, die jemals gedreht wurden – und ja, ich habe schon mehr als 5 gesehen! 🙂 Aber warum ich das finde??? Na, weil in MY DEAR KILLER wirklich Alles von A bis Z stimmt, so einfach ist das!
Das beginnt bei der imposanten Breitwand-Ästhetik (natürlich 2,35:1) und der fabelhaften Farbfotografie des Streifens in Eastmancolor, bis hin zu den tollen Darstellerleistungen (das gilt vor allem für den sympathischen und irre gutaussehenden George Hilton – trotz seines Pornobalkens) und dem ergreifend schönen Score von Ennio Morricone, der einen Italo-Freak wie mich vor Ergriffenheit in die Knie sinken läßt (der scheinbare Kindsgesang im Titelthema stammt jedoch von der erwachsenden Edda Dell’Orso!). Gibt es nebenbei bemerkt als toll aufbereitete CD vom Label DIGITMOVIES.
Zur Story: Naja, die ist komplex (kann man trotzdem am Ende des Films gut nachvollziehen, wenn man die Auflösung erstmal kennt – erstaunlich ist, daß man den Film immer wieder sehen kann, ohne das er groß an Spannung verliert) und ziemlich brisant, geht es doch um die Entführung und Ermordung eines Kindes. Der Fall liegt im Film zwar einige Zeit zurück, aber Alles hat seinen bösen Ursprung immer auch in der Vergangenheit (speziell in Gialli).
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Zu Beginn des Films sehen wir einen fiesen Mord, bei dem einem Mann mit einer riesigen Baggerschaufel (!) die Rübe abmontiert wird. Kurze Zeit danach wird ganz in der Nähe des ersten Mordes eine erhängte Leiche entdeckt, und schon sehen wir George Hilton als Kommissar die Untersuchungen leiten (im Gegensatz zu vielen, vielen anderen Gialli steht der ermittelnde Kommissar im Zentrum des Geschehens – und eben kein Amateur-Schnüffler wie zum Beispiel in Dario Argentos oder Luciano Ercolis Gialli). Deshalb kann man MY DEAR KILLER auch ganz gut mit DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL (ebenfalls ein Spitzengiallo!)  vergleichen, obwohl die Motive der jeweiligen Killer natürlich total unterschiedlich sind.
Jedenfalls geschehen dann weitere visuell beeindruckend gefilmte Morde (unter anderem ein extrem blutiger Mord mit einer elektrischen Säge), während George Hilton als Kommissar langsam verzweifelt – kann er die bösen Taten schlußendlich aufklären???
Ja, in diesem Streifen ist eine Menge Zündstoff – vom Kindsmord bis zum fiesen Pädophilen über blutige Morde und heißen Titten reicht die knallbunte und sehr spannend inszenierte Palette. Das ist mit Sicherheit Tonino Valeriis mit großem Abstand bester Film (ich kenne sonst ausschließlich nur Durchschnittskost von ihm). Warum ein einziges Mal wirklich Alles in einem seiner Filme gestimmt hat, weiß ich natürlich auch nicht, aber in MY DEAR KILLER ist es jedenfalls so!
Der Zuschauer bekommt ausgiebig Gelegenheit zum Miträtseln, und die Auflösung erinnert an die besten Romane von Agatha Christie, weil George Hilton am Schluß alle roten Heringe antanzen läßt um ihnen den Mörder zu präsentieren. 
Ein fantastischer Rätsel-Giallo im allerbesten Sinne! 10 von 10 Punkten (MY DEAR KILLER kann selbst mit Meisterwerken wie DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE von Argento oder Luciano Ercolis drei Spitzengiallos mithalten)…

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