BUCHTIPPS = DIE BESTEN TRINKER-ROMANE (TEIL 1): WEISSE NIGGER – INGVAR AMBJÖRNSEN [1988]

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BUCHTIPPS =

DIE BESTEN

TRINKER-ROMANE

(TEIL 1)

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WEISSE NIGGER

[INGVAR AMBJÖRNSEN, 1988]

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Kritiken:

„Weiße Nigger sind die Lebenshungrigen, die alles
aufsaugen, was ihren Hunger zu stillen verpricht:
Literatur, Ideologie, Religion, Haschisch, Amphetamin,
Heroin und Alkohol, vor allem Alkohol.“
– Die Tageszeitung –

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„Faszinierend an Ambjörnsens Bücher ist immer,
mit welch schlafwandlerischer Sicherheit er diesen
‚I’ve got the blues‘-Ton trifft“.
– Annemarie Stoltenberg –

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„Die schönsten Stellen erinnern an Hamsun, poetische,
zugleich hartbelichtete Porträts von Landstreichern und
Nichtstuern.“
– Klaus Modick –

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„In seinen Büchern tritt Ambjörnsen nicht als Moralist,
sondern als Zeuge auf. Dabei gilt seine Sympathie stets
den Zukurzgekommenen.“
– Reinhard Helling –

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„Da hält kein Bukowski mit!“
– Hamburger Morgenpost –

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WEISSE NIGGER von Ingvar Ambjörnsen las ich vor knapp 25 Jahren im Alter von 15 zum ersten Mal, und seitdem hat mich dieses grandiose Buch nicht mehr losgelassen. Wie oft ich es bis heute gelesen habe, kann ich nicht sagen, aber bestimmt einmal pro Jahr. So etwas passiert mir sonst nur mit den Werken von Charles Bukowski und ein paar absoluten Ausnahmen wie DER FÄNGER IM ROGGEN von Salinger, ICH, ARTURO BANDINI von John Fante und REISE ANS ENDE DER NACHT von Ferdinand Celine.
Was ich an WEISSE NIGGER so liebe, ist die unglaublich sympathische Art und Weise, wie er von sich, seinen Saufkumpanen und der Jugendkultur der ’70er Jahre in Norwegen erzählt. Mit FAST EINE JUGEND von meinem Lieblingsautoren Charles Bukowski hat das aber nicht viel zu tun, denn Erling (= Ingvar Ambjörnsen) ist kein Einzelgänger – im Gegenteil: sobald er aus Spanien von einem einjährigen Rotweinbesäufnis (!) ins kalte Norwegen zurückkehrt, möchte er nur eines = Sozialhilfe bekommen, Party machen, Rumvögeln und so viel Alkohol und Hasch vernichten wie möglich. Was er dann bis zur letzten Seite des Romans auch tut.
Das ist natürlich – und zum Glück! – nicht die öde Schreibe eines Hochintellektuellen wie Peter Wawerzinek (SCHLUCKSPECHT) oder die eines Prolls wie Hartmuth Malorny in NOCH EIN BIER, HARRY? WEISSE NIGGER kann man mit Sicherheit erst recht dann sehr schön nachvollziehen, wenn man sich in jungen Jahren selbst rumgetrieben und immer wieder zur Flasche gegriffen hat. Das Buch strahlt jedenfalls eine Magie und Sehnsucht nach der eigenen Jugend aus, die man nur schwer in Worte fassen kann. Es erinnert mich ein wenig an den Roman SAUSER von Andreas Niedermann, den ich ebenfalls empfehlen kann. Die frühen Werke von Ambjörnsen (SARONS HAUT und die Alkkrimis SAN SEBASTIAN BLUES, STALINS AUGEN und DIE MECHANISCHE FRAU) gefallen mir neben WEISSE NIGGER eindeutig am besten. WEISSE NIGGER ist wirklich ein wahres Freudenfest für alle Punks, Kiffer und notorischen Trunkenbolde!

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