FILMART GIALLO EDITION # 1: DAS AUGE DES BÖSEN [DVD-REVIEW]

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FILMART GIALLO EDITION

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# 1 – DAS AUGE DES BÖSEN

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Also wenn mir jemand vor vielleicht zehn Jahren erzählt hätte, daß man eines Tages meine Lieblingsgialli hier in Deutschland auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht, hätte ich diesen Jemand umgehend in die nächste Anstalt verwiesen! Es ist wirklich kaum zu glauben, daß es Label wie eben FILMART gibt, die diese Perlen in guter Qualität und sogar mit interessanten Extras auf den DVD-Markt schmeißen. Bis vor ein paar Jahren hatte ich noch gedacht, daß meine Giallo-DVD-Sammlung auch in ferner Zukunft nur aus Scheiben aus den USA, Italien und vielleicht noch aus England bestehen dürfte. So kann man sich zum Glück doch täuschen! Auch Label wie X-RATED, KOCH MEDIA und EDITION TONFILM sorgen da immer wieder für „neuen“ Giallo-Stoff. So gefallen mir auch die Giallo-Serien von FILMART und X-RATED mit großen Abstand am besten – obwohl ich alle vier bisherigen Releases von FILMART schon auf ausländischen Scheiben besitze. Doch die Filme zur Abwechslung auch mal auf Deutsch zu sehen, ist schon eine Freude. Dazu kommen schließlich noch Bonusmaterial wie Booklets, Audiokommentare und Featurettes. Neben den Filmen von Paul Naschy ist das Giallo-Genre meine größte Leidenschaft in Sachen Film, und deshalb möchte ich die vier ersten Knaller vom Label FILMART denjenigen präsentieren, die die Scheiben noch nicht im Schrank stehen haben…

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Den Auftakt der Filmart-Giallo-Edition machte vor ein paar Monaten der extrem sleazige DAS AUGE DES BÖSEN, den man auch unter dem Titel FRENCH SEX MURDERS kennen könnte. Ich zitiere hier einfach mal aus meinem Review in der OFDB: „…gleich neben Andrea Bianchis NUDE PER L’ASSASSINO von 1975 ist DAS AUGE DES BÖSEN der sleazigste Giallo, den ich jemals gesehen habe. Zu Beginn des Films sehen wir die miserabelste Tricksequenz aller Zeiten – vom Eiffelturm fällt eine Art dickes Strichmännchen. Warum, zum Teufel, hat man da nicht einfach ’ne Schaufensterpuppe runtersegeln lassen?! Also das ist schon eine unglaublich bekloppte Szene, die man selbst gesehen haben muß, denn sonst kann man es kaum glauben… Dann geht Peter Martell ins Bordell – und beschimpft eine Nutte mit dem Ausdruck ‚Nutte‘! Hm, ich denke mal, daß es durchaus vorkommen kann, daß eine Nutte im Bordell arbeitet. Die besagte Nutte ist Barbara Bouchet, die zu den schönsten Ladies zählt, die meine Augen je erblickten. Peter Martell haut ihr jedenfalls eine um die Ohren, während man ihn (also den Mann!) nackt sieht und nicht die schöne Barbara. Eine absolute Frechheit! Naja, kurz nachdem er wütend von Dannen gezogen ist, entdecken die Puff-Fritzen Barbaras Leiche, und alle glauben jetzt natürlich, daß der liebe Peterle der Bösewicht ist. Da ist guter Rat teuer! Er flüchtet schließlich auf einem flotten Moped und rast mit seinem Hals gegen die Hebebühne eines LKWs – was ihn dem Kopf kostet! Und so einen Pappkopp habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Höchstens in IN THE FOLDS OF THE FLESH, den ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Ist vor einigen Monden bei KOCH MEDIA erschienen. Jedenfalls, die Wut, die Peter Martell in seinen Szenen ausstrahlt, wirkt irgendwie ziemlich echt. Ich denke mal, daß er wütend auf die ernüchternde Erkenntnis war, schon wieder in so einem bekloppten Schundfilm geraten zu sein. Dann sieht man Howard Vernon ein Auge sezieren… Egal, es geschehen fiese, miserabel gefilmte Morde, und der Kommissar wurde von Robert Sacchi gespielt, der eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Humphrey Bogart besaß. Wie konnte der noch durch die Straßen gehen?! Die Leute müssen ja geglaubt haben, sie hätten einen Geist gesehen! Die Menge an bekannten Nasen in DAS AUGE DES BÖSEN ist ebenfalls kaum zu glauben: Gordron Mitchell als besoffener Lokalgast, Rosalba Neri mit der schönen Nase, die dicke Anita Ekberg, Produzent Dick Randall und der deutsche Playboy Rolf Eden. Schauspielern kann er selbstverständlich nicht, der gute Rolf, aber das interessiert in so einem Film eh keinen mehr… Was für ein Sleazer! Die Sexszenen sind so erotisch wie ein Zahnarztbesuch ohne Narkose. Auf dem alten Plakat steht: 5 Weltstars in einem Film! Schade nur, daß ich keinen einzigen entdecken konnte…“

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Neben dem dicken Strichmännchen kann man noch so manchen Effekt erwähnen, der hier in die Hosen gegangen ist. Zum Beispiel die Szene, in der Peter Martell der Kopf abhanden kommt. Bei den Nahaufnahmen von seinem Gesicht ist der Hintergrund komplett schwarz, obwohl die Sequenz ja im hellen Tageslicht spielt.
Die DVD von FILMART bietet nicht nur die längste Fassung von DAS AUGE DES BÖSEN, sondern auch die beste Bildqualität. Ich habe sie unter anderem mit der DVD von MONDO MACABRO verglichen, die den Titel FRENCH SEX MURDERS besitzt. Die Bildqualität ist natürlich nicht perfekt, aber um Welten besser als alles, was ich bisher von diesem Knaller gesehen habe. Besonders die Farben und die Schärfe haben einen Satz nach vorne gemacht. Ich bin jedoch kein Bildqualitätsexperte, sondern einfach nur ein Sammler und Fan vom Giallo-Genre.
Der deutsche Ton klingt nicht allzu berauschend, ist aber durch die berühmte Bank absolut ok und klar verständlich. Im Mittelpunkt stehen die Dialoge, was typisch ist für deutsche Synchros. Die englische Audiospur klingt besitzt da mehr Balance zwischen Dialogen und Geräuschen.
Die interessantesten Extras sind das Booklet von Heiko Hartmann und die alternativen Szenen.
Zitate zum Film:
Geheimnisvolle Morde an Pariser Prostituierten und ihren Kunden werden nach viel Blutvergießen aufgeklärt. Eine langweilige Geschichte, ohne Geschick inszeniert und gespielt, durch Sexeinlagen und Schockeffekte aufgebessert.
– Katholische Filmkritik –
Routiniert verfilmter Billigthriller. Auf Edgar Allan Poe sollte sich der Film besser nicht berufen, denn dieser Schuh ist ihm eindeutig zu groß.
– Phantopia-Kurzkritik –

FILMQUALITÄT: 8, 5 (SLEAZEPUNKTE) / 10

BILDQUALITÄT: 7 / 10

TON (DEUTSCH): 7 / 10

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